Kitesurfen

Kitesurfen

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Konkurrenz bekamen die Windsurfer durch die Kitesurfer. Dieser Ableger entwickelte sich 1995 in den USA aus dem Windsurfen und Wakeboarding. Letzteres wiederum entstand aus Wasserski und Wellenreiten. Das Prinzip des Kitesurfens ist aber wesentlich älter. In den 1820er-Jahren experimentierte der Brite George Pocock schon mit Lenkdrachen und trieb Kutschen und kleine Boote damit an. Ein Vier-Leinen-System half ihm beim Steuern. Das Ganze geriet jedoch in Vergessenheit. Zwischen 1970 und 1980 konstruierte der Deutsche Dieter Strasilla ein Segelsystem, das sowohl auf dem Wasser als auf dem Land funktionierte. Daraus entstand Skywing, mit dem auch Sprünge und Flüge möglich wurden. Die Brüder Legaignoux erfanden schließlich aufblasbare Lenkdrachen, die als Basis für den heutigen Drachen dienten. Der Amerikaner Bill Roeseler brachte das KitSki-System auf den Markt. Damals waren es noch Wasserskier, die den Drachen zogen.

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1996 wurde das Kitesurfen mit nur noch einem Brett auf Hawaii vorgestellt und löste sofort Begeisterung aus. Anfang des 21. Jahrhunderts schwappte dieser Trendsport auch nach Europa und gewinnt seitdem immer mehr Liebhaber. Das hängt zum einen mit der Ausrüstung zusammen, die nicht nur kompakter, sondern auch günstiger ist als beim Windsurfen. Außerdem spricht das Kitesurfen alle Funsportler an, denn keine andere Wassersportart ermöglicht eine derartige Vielfalt an akrobatischen Sprüngen und Tricks. Zum Kitesurfen werden ein Brett, die sogenannte Bar mit den Steuerungs- und Sicherheitsleinen benötigt, sowie der Drache selbst. Die Ausrüstung muss sich, wie bei allen Surfbrettern am Gewicht und am Können des Sportlers orientieren. Beim Kitesurfen spielt zudem das Trapez eine zentrale Rolle. Schon kleine Drachen entwickeln derartige Zugkräfte, dass sie kaum zu halten sind. Das Sitztrapez wird hauptsächlich von Anfängern benutzt, da es eine hohe Stabilität gewährleistet. Das Hüfttrapez verschafft große Bewegungsfreiheit und ermöglicht komplizierte Schwünge und Figuren. Als dritte Variante steht eine Kombination beider zur Verfügung, das Sitz-Hüfttrapez.

Um das Kitesurfen zu beherrschen, ist das sogenannte Höhelaufen erforderlich. Der Drachenlenker muss auf einer gedachten Linie fahren und nach einer Wende möglichst exakt beim Ausgangspunkt anzukommen. Hier kommt es vor allem auf die Steuerung des Boardes durch die richtige Gewichtsverlagerung an. Kurs und Geschwindigkeit regelt der Kitesurfer über die Steuerung von Brett und Schirm. Um die Richtung zu ändern, wird die entsprechende Seite der Bar vorsichtig zum Körper gezogen. Die Drachen fliegen in einer maximalen Höhe von 30 Metern, was den Vorteil hat, dass es dort oben frei von Turbulenzen ist, der Wind dafür stärker weht. Kitesurfen gehört zu den Extremsportarten, bei denen Sportler ihre physischen und psychischen Grenzen austesten.